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Samstag, 09.10.2010
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| Regierung angenommen: Laut einer vom BUND und dem ifeu-Institut vorgelegten Studie ist der Atomausstieg schon bis 2020 möglich (Foto: greenpeace.org) |
Streit um Verlängerung der AKW-Laufzeiten
Das geplante Energiekonzept der Bundesregierung löst einen kräftigen Streit aus: Längere Laufzeiten für Atomkraftwerke seien unverantwortlich und stellten erneuerbare Energien ins Abseits, kritisiert die Opposition.
Regierung angenommen: Laut einer vom BUND und dem ifeu-Institut vorgelegten Studie ist der Atomausstieg schon bis 2020 möglich (Foto: greenpeace.org)
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Der noch von Rot-Grün vereinbarte Atomausstieg, demzufolge das letzte Atomkraftwerk bis 2022 vom Netz gehen soll, wird von Schwarz-Gelb verschoben. Im Gespräch ist eine Verlängerung der Laufzeiten um 8 bis 15 Jahre. CSU-Chef Horst Seehofer schlägt gar unbegrenzte Laufzeiten für Atomkraftwerke vor.
Umweltminister Norbert Röttgen bezeichnete in der Diskussion die Atomkraft als „Brückentechnologie“, die so lange die Energieversorgung Deutschlands sichern solle, bis erneuerbare Energien in ihre Fußstapfen treten könnten.
Obwohl die Bundesregierung ihre Pläne offiziell erst Ende August/Anfang September bekannt geben will, hagelt es bereits Kritik von der Opposition. „Das ganze Konzept ist offensichtlich um den politischen Willen herumgestrickt, die Atomkraft länger laufen zu lassen. Das Vergleichsszenario für eine Energieversorgung ohne Atomkraft ist unseriös. Es geht von keinerlei ambitionierten Zielen für erneuerbare Energien und Energieeffizienz aus“, erklärte die Umweltministerin von Rheinland-Pfalz, Margit Conrad (SPD).
SPD-Chef Sigmar Gabriel warf der Regierung in der Diskussion „dreiste Lüge“ vor. Das Potenzial erneuerbarer Energien werde absichtlich heruntergeschraubt, um eine „Scheinlegitimation“ für den Weiterbetrieb von Atomkraftwerken und den Bau neuer Kohlekraftwerke zu haben.
Regierung und Industrie argumentieren, dass erneuerbare Energien aufgrund bislang fehlender Speichertechnologien nicht in der Lage seien, die Stromversorgung jederzeit zuverlässig zu gewährleisten. BASF-Vorstandschef Jürgen Hambrecht warf den Befürwortern eines schnelleren Ausbaus erneuerbarer Energien gar Träumerei und Realitätsverlust vor.
„Zuvor hatte schon Jochen Flashbarth, Chef des Umweltbundesamtes, eine surreale Traumszene inszeniert. Sie soll uns vorgaukeln, dass Deutschland bis zum Jahr 2050 die komplette Stromversorgung auf erneuerbare Energien umstellen kann: Windenergie, Solarstrom, Biomasse, Wasserkraft und Geothermie spielen die Hauptrolle – Kernenergie, Kohle und Erdgas treten von der Bühne ab. Dieser Vorschlag hat mit volkswirtschaftlichem Realismus nichts zu tun“, schrieb Hambrecht in der „Welt“.
Während Industrievertreter wie Hambrecht somit eifrig die Werbetrommel für konventionelle Energiequellen rühren, kommen andere Untersuchungen zum Ergebnis, dass Energieeffizienz und erneuerbare Energien ein deutliches größeres Potenzial haben als von der Regierung angenommen: Laut einer vom BUND und dem ifeu-Institut vorgelegten Studie ist der Atomausstieg schon bis 2020 möglich. Voraussetzung dafür sei die Steigerung der Energieeffizienz mit einem Einsparziel von jährlich zwei Prozent beim Primärenergieverbrauch und der verstärkte Ausbau regenerativer Energien. Finanziert werden soll die Strategie über einen Stromsparfonds.
Quelle: rufo
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