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Das russische Forschungsinstitut Synthesbelok hat eine neue Technologie zur Herstellung von Butanol aus Holzabfällen entwickelt (Foto: vmdaily.ru)
Mittwoch, 28.04.2010

Russland wechselt zu neuen Biokraftstoffen

Das russische Forschungsinstitut Synthesbelok hat eine neue Technologie zur Herstellung von Butanol aus Holzabfällen entwickelt. Wird diese Flüssigkeit Benzin beigegeben, sinkt der Abgasausstoß auf ein Drittel.


Das russische Forschungsinstitut Synthesbelok hat eine neue Technologie zur Herstellung von Butanol aus Holzabfällen entwickelt (Foto: vmdaily.ru)


Den russischen Wissenschaftlern ist es gelungen, Bakterien und Enzyme zu züchten, deren Effizienz doppelt so hoch wie bei allen bisher bekannten Arten ist. Die Kosten der Züchtung liegen dabei um ein Vielfaches niedriger. Zugleich hat das Institut eine Anlage entwickelt, die ein äußerst feines Vermahlen der Holzreste ermöglicht. In diese Holzmasse werden dann Wasser und Enzyme gegeben, die den Zucker in Alkohol umwandeln. 90 Prozent der Masse werden dann in Butanol umgewandelt.

„Pro Jahr wandern in Russland 50 Millionen Tonnen Holz in den Abfall. Das ist etwa die Hälfte dessen, was verarbeitet wird. Das alles wird entweder verbrannt, oder es verfault“ erklärt Jewgeni Dawidow, stellvertretender Generaldirektor mit dem Aufgabenbereich Forschung am als Aktiengesellschaft organisierten „Staatlichen Forschungsinstitut für Eiweißstoffe“.

Für jede Holzart wurde ein entsprechendes Enzym gezüchtet. Nach einmaliger Benutzung muss sich die Enzymkultur erholen. „Man kann nicht ein und dieselbe Kultur immer wieder nutzen. Die immer gleichen Zellen beginnen, die Synthese der Lösungsmittel zu verringern“, erläutert Igor Schaschkow, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Instituts, die Feinheiten der Produktion.

Derzeit wird in der Stadt Tulun (Gebiet Irkutsk) eine Fabrik modernisiert, die bis zu 30 Tonnen Holzabfälle pro Stunde nach der neuen Technologie verarbeiten soll. Die Holding Biotechnologii plant die Produktion von Biobutanol auf der Basis weiterer ehemaliger Hydrolysewerke und Fabriken für die Herstellung von Trinkalkohol.

Bis 2015 will Biotechnologii landesweit 30 Fabriken zur Verarbeitung von Holzabfällen aufbauen. Diese Unternehmen können bis zu zwei Millionen Tonnen Butanol pro Jahr produzieren. Das reicht aus, um den Abgasausstoß der gesamten russischen Autoindustrie sauberer werden zu lassen. Weißrussland hat bereits Interesse an der neuen Technologie angemeldet.

Quelle: Vesti.ru, .rufo

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