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Dienstag, 07.12.2010
Ende November hat die Optogan AG in St. Petersburg eine Fabrik zur Produktion superheller Leuchtdioden der neuen Generation eröffnet (Foto: bn.ru)
Ende November hat die Optogan AG in St. Petersburg eine Fabrik zur Produktion superheller Leuchtdioden der neuen Generation eröffnet (Foto: bn.ru)

Russland: Der Weg von der Glühbirne zur Leuchtdiode

Ende November hat die Optogan AG in St. Petersburg eine Fabrik zur Produktion superheller Leuchtdioden der neuen Generation eröffnet. Die Leuchtdioden werden in Medizin, Autoindustrie und Haushaltstechnik genutzt.


Ende November hat die Optogan AG in St. Petersburg eine Fabrik zur Produktion superheller Leuchtdioden der neuen Generation eröffnet (Foto: bn.ru)


Bereits 2011 will die Fabrik LED-Scheinwerfer für 450 Millionen Rubel (11 Millionen Euro) auf den russischen Markt bringen. Zusätzlich sollen Leuchtdioden im Wert von 800 Millionen Rubel (20 Millionen Euro) für den russischen und asiatischen Markt geliefert werden. „Endlich sind wir in der Lage LED-Lampen herzustellen, die durch Energieeinsparungen die Kosten auf ein Viertel oder ein Fünftel senken“, erklärte Russlands Vizepremier Sergej Iwanow.

Das Unternehmen Optogan Oy wurde 2004 von Maxim Odnobljudow, Wladislaw Bugrow und Alexej Kowsch gegründet, die der Schule des russischen Physik-Nobelpreisträgers Schores Alfjorow angehören. Die Hauptelemente der Technologie wurden in einem Forschungszentrum in Dortmund entwickelt, wo die Pilotlinie zur Herstellung der Leuchtdioden gestartet wurde. Um die Produktion in Russland zu organisieren, wurden die Staatsholding RosNano, die Firma RiK sowie die Onexim-Gruppe von Milliardär Michail Prochorow als Investoren gewonnen.

Russland überspringt Stadium der Kompaktleuchtstofflampenproduktion

Während im Westen aktiv Kompaktleuchtstofflampen eingeführt werden, hat sich Russland entschieden, dieses Entwicklungsstadium zu überspringen und gleich zur Leuchtdiodenherstellung überzugehen. Ein Vorschlag Chinas zum Bau von fünf Fabriken, die in Russland Kompaktleuchtstofflampen produzieren sollten, wurde abgelehnt. Die chinesischen Investitionen dafür sollten bei 5,5 Milliarden Dollar liegen. Der Grund für die Ablehnung: Quecksilber.

„Halogen- und Kompaktleuchtstofflampen enthalten Quecksilberdämpfe. Im Durchschnitt sind in einer Lampe drei Milligramm. Wenn ein Recycling-System fehlt, wird der Boden dadurch stetig mit Quecksilber vergiftet“, erklärt der Generaldirektor der AG Rossiskaja Elektronika, Andrej Swerew.

Die Technik zur Produktion von Leuchtdioden haben sich gleich mehrere Unternehmen der Staatsholding „Rostechnologii“ angeeignet. Die Uraler Optik- und Mechanikfabrik beleuchtet mit ihren Anlagen bereits die Straßen mehrerer sibirischer Städte. Hier werden auch LED-Signale für die Eisenbahn und Ampeln für den Straßenverkehr hergestellt.

„Alle Lampen, alle lichttechnischen Anlagen unterscheiden sich voneinander durch die Konstruktion der Licht ausstrahlenden Cluster, die Konstruktion der optischen Elemente und Konstruktionseigenheiten des Gehäuses. Zur Erhöhung der Zuverlässigkeit unserer Elemente nutzen wir im Allgemeinen überall spezielle Platten auf Aluminiumbasis, die als Radiatoren zur Wärmeableitung dienen“, erklärt der Leiter der Mikroelektronenproduktion in der Uraler Optik- und Mechanikfabrik, Juri Tscherwjakow.

Die Leuchtdioden für die Straßenbeleuchtung von St. Petersburg hat das Unternehmen Swetlana – Optoelektronika, ein Zweig der Holding Rossiskaja Elektronika, entwickelt und produziert. „Eine Leuchtdiode ist das Kristall eines Halbleiterelements, in dem durch einen Stromstoß Licht erzeugt wird. Die Effizienz der Lichterzeugung in so einem Kristall ist 5 - 7 mal höher als in einer Glühbirne“, erklärt Grigori Itkinson, Generaldirektor von Swetlana - Optoelektronika das Wirkungsprinzip.

Die Grundlage der Leuchtdiode bildet ein Heterokristall. Das Kristall wird in einem speziellen Reaktor gezüchtet. Die Kunst besteht darin, die Zusammensetzung der Mikroelektronen, die Druck und Temperatur bestimmen, genau einzuhalten. Die fertigen Kristalle werden auf einen Mikrochip gepresst. Die Montage der Leuchtdioden ist ein vollautomatisierter Prozess. Die computergesteuerten Maschinen garantieren eine Genauigkeit und Qualität, die per Hand nicht zu erreichen ist.

Glühlampe und Leuchtdiode stehen jeweils für die Vergangenheit und die Zukunft der Lichtindustrie. Nur wenige wissen, dass beides russische Erfindungen sind. Der geniale russische Wissenschaftler Alexander Lodygin hat die Glühbirne erdacht – der Amerikaner Thomas Edison hat die Konstruktion fünf Jahre später „lediglich“ perfektioniert und die Produktion der neuen Lichtquelle in Gang gebracht. Der junge russische Wissenschaftler Oleg Losew gilt als Begründer einer ganzen Wissenschaft: der Halbleiterelektronik. 1927 erhielt er das erste Patent für ein Lichtrelais, den Prototyp einer Leuchtdiode. Die tatsächliche Nutzbarmachung der Technologie begann erst in den 60er Jahren in den USA.

Jetzt versucht Russland den entstanden Rückstand wettzumachen. „Wir rechnen damit, sowohl die steigende Binnennachfrage zu befriedigen, als auch den führenden Herstellern auf den Weltmärkten Konkurrenz zu machen“, erklärte der Leiter von Optogan, Maxim Odnobludow. Ihm zufolge hat der Weltmarkt für Leuchtdioden einen Umfang von 5 Milliarden Dollar pro Jahr.

Quelle: Vestri.ru, .rufo

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