Impressum 
Datenschutz 
Links 
Partner 
Für Unternehmen 


Mittwoch, 11.05.2011
2010 machten die „Russitsch“ Waggons zehn Prozent des Fuhrparks der Moskauer Metro aus (Foto: metroblog.ru)
2010 machten die „Russitsch“ Waggons zehn Prozent des Fuhrparks der Moskauer Metro aus (Foto: metroblog.ru)

Moskauer Metro schreibt Auftrag für Waggons aus

Die Moskauer Metro schreibt erstmals überhaupt einen Auftrag für die Lieferung von Waggons aus. Laut Metro-Chef Iwan Bessedin können an der Ausschreibung nicht nur russische, sondern auch ausländische Unternehmen teilnehmen.

Dabei werden nicht nur Preis und Qualität von Waggons und Triebwagen berücksichtigt, sondern auch die Kosten für Wartung und Ersatzteile. Bessedin versprach, das Anforderungsprofil für die neuen Züge zu erstellen und eine offene Ausschreibung abzuhalten.

Ausschreibungsanforderungen: Energieeffizienz und Kostensenkung

Bis zum Jahr 2020 müssen rund 4500 alte Waggons Moskauer U-Bahn ersetzt werden, die über keine Klimaanlage verfügen.

Für das von 2012 bis 2016 geltende Entwicklungsprogramm der Moskauer Metro werden 410 Milliarden Rubel bereitgestellt (10,25 Milliarden Euro). Gibt es derzeit in Moskau lediglich ca. 300 Kilometer U-Bahn-Strecke, so wird sich diese bei Realisierung der Pläne um 85 Kilometer verlängern.

Die Beförderung von aktuell neun Millionen Passagieren pro Tag soll dabei um weitere 18% steigen.

Obwohl die Ausschreibungsanforderungen noch nicht verkündet worden sind, ist bereits jetzt klar, dass die neuen Metrozüge in ihrer Qualität die "Russitsch" Waggons übertreffen sollen, die vom Maschinenbaubetrieb in Mytischtschi produziert werden.

„Diese Züge haben im Vergleich mit herkömmlichen Zügen eine Reihe von Vorteilen: Verbesserte Ergonomie und Fahrkomfort. Hier werden die neuesten Entwicklungen in diesem Bereich umgesetzt“ - betont Alexander Waisburd, Stellvertretender Leiter der Moskauer Metro und Leiter des Zugfahrdienstes.

Orientierung an „Russitsch“

Erstens arbeitet das System der Luftaufbereitung in Waggons in drei Betriebsarten - Abkühlung, einfache Belüftung und Aufheizung.

Zweitens sitzt der Lokführer in einer geräumigen Fahrerkabine. Dank der elektronischen Steuerung kommt er ohne Helfer aus, die beim Betrieb anderer Züge der Moskauer Metro unverzichtbar sind. Außerdem wird die Metrostrecke Solnzewo komplett automatisiert. Hier werden die Züge völlig ohne Lokführer kursieren. „Wie die Praxis zeigt, ist die Technik zuverlässiger als der Mensch“, heißt es bei der Metro.

Drittens verfügen die Züge über ein System der Selbstdiagnostik. Im Falle einer Störung weist das System den Lokführer eigenständig darauf hin, wann das Bahnbetriebswerk wegen einer Reparatur aufgesucht werden muss. Viertens sind die „Russitsch“ Züge mit asynchronen Schubtriebwerken ausgestattet. Bei steigender Leistung verbrauchen sie weniger Strom. Und beim Bremsen sorgt der Elektromotor dafür, dass mindestens 35 Prozent der Energie zurück ins Netz fließt. Die Stromersparnis und -rückgewinnung sind für Moskauer Metro sehr aktuelle Themen. Die Waggons sind mit Elektrosystemen ONIX des französischen Herstellers Alstom und Triebwerken 4 EFA18 32B mit einer Nennwertleistung von 160 kWA, oder mit elektronischen asynchronen Schubantriebsystemen des japanischen Herstellers Hitachi und Triebwerken mit einer Nennwertleistung von 170 kWA ausgerüstet.

Fünftens beträgt die Gleisbreite der Moskauer Metro 1520 Millimeter. Die elektronischen Systeme arbeiten trotz Spannungsschwankungen bei der Stromzufuhr zwischen 550 und 975 Volt. Am Stromabnehmer wird auch beim rekuperativen Bremsen eine Spannung von 975 Volt nicht überschritten.. Zur Druckluftversorgung der Geräte und Vorrichtungen in den Waggons dient ein Dreizylinder-Elektrokompressor des Typs VV120 der deutschen Firma Knorr-Bremse mit Zweistufen-Betrieb und einer Leistung von 920 Liter pro Minute.

Die „Russitsch“ Züge bestehen aus fünf Zweisektionenwaggons. Die Zuglänge beträgt 135 Meter bei einer Standardlänge des Bahnsteigs von 155 Meter. Jeder dieser Waggons ist für 370 Fahrgäste ausgelegt. Ein Waggon kostet 85 Millionen Rubel (zwei Millionen Euro).

2010 machten die „Russitsch“ Waggons zehn Prozent des Fuhrparks der Moskauer Metro aus. Zurzeit entwickeln die Maschinenbauer in Mytischtschi eine deutlich modernere Modifikation dieser „Russitsch“ Züge.

Quelle: ITAR-TASS, rufo

Länder in Deutschland

Regionen in Russland
Powered by RUFO