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Ein grüner  Rasen auf dem Dach senkt den Stromverbrauch um 30 Prozent im Vergleich zu anderen Gebäuden mit gleicher Fläche (Foto: trisanda.ru)
Montag, 02.11.2009

Grünes Dach – wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll

„Eine Begrünung des Dachs spart zwei Liter Brennstoff für jeden Quadratmeter Wohnfläche“, meint Anton Mosin. Mosin ist Architekt der ersten und bisher russlandweit einzigen Siedlung mit einem Rasen auf den Dächern.


Ein grüner Rasen auf dem Dach senkt den Stromverbrauch um 30 Prozent im Vergleich zu anderen Gebäuden mit gleicher Fläche (Foto: trisanda.ru)


Seiner Ansicht nach ist Energieeffizienz bisher das einzige überzeugende Resultat bei der Anwendung von Ökotechnologien im Bau. Zusammen mit anderen umweltfreundlichen Technologien, einer energieeffizienten Lüftung und natürlicher Beleuchtung senkt ein grüner Rasen auf dem Dach den Stromverbrauch um 30 Prozent im Vergleich zu anderen Gebäuden mit gleicher Fläche.

„Die Basis des Dachbelags wird dabei aus Abfallmaterialien produziert“, erklärt Alexej Wenski vom Hersteller solcher Dächer ZinCo. In Japan sei es Pflicht, das Dach bei Häusern mit mehr als 500 Quadratmeter Fläche zu begrünen, fügt er hinzu.

Tatjana Smirnowa, Spezialist bei Rockwood, hält die Dachbegrünung für ein notwendiges Element bei Passiv-Ökotechnologien, die die Energieverluste senken. „Zwei Drittel des russischen Energieverbrauchs geht in die Beheizung, 70 Prozent davon gehen ins Leere. Eine richtige Fassadenisolierung, die Abdichtung von Fenster- und Türräumen würde den Wärmeverlust halbieren“, sagt sie.

„Ökohäuser kosten während des Baus etwa 10 – 15 Prozent mehr als gewöhnliche Häuser“, erklärte Marek Dombrowski vom britischen Projektentwickler Buro Happold. „Doch diese Zusatzkosten rentieren sich bereits nach vier Jahren Betriebsdauer durch das Einsparen von Strom- und Heizungskosten“, fügt er hinzu. Der Architekt Juri Awwakumow, Kurator des 17. Moskauer Architektenfestivals „Baukunst“ vom 15. – 18. Oktober, ist überzeugt, dass die bisher leicht verdienten Petrodollars die Ressourcenvorsorge in Russland behindert haben. „Doch jetzt ist es Zeit, darüber nachzudenken, wie man in endlich in Einklang mit weltweit gültigen Umweltstandards gelangen kann“, mahnt er.

Doch noch nehmen die Auftraggeber in Russland vielfach Abstand von umweltfreundlichen Elementen beim Bau. So hat Awwakumow selbst ein Tenniszentrum für einen der Moskauer Stadtparks mit begrüntem Dach entworfen. Doch am Ende entschied sich der Auftraggeber beim Umweltschutz zu sparen und ließ das Zentrum ohne Rasendach errichten.

Tatjana Smirnowa von Rockwood hofft, dass das derzeit in der Duma erörterte Gesetzesprojekt „Über Energiesparen und die Erhöhung der Energieeffizienz“ nicht nur die Suche nach alternativen Energiequellen stimuliert, sondern auch die Entwicklung von Passivtechnologien, die real zum Energiesparen beitragen.

Quelle: Wedomosti, rufo

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