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Freitag, 22.01.2010
Flugzeugtriebwerke als Basis eines Wärmekraftwerks
Ein ungewöhnliches Wärmekraftwerk wurde Ende 2009 in Pawlowski Posad (Gebiet Moskau) eingeweiht. Die Wärme wird durch zwei Triebwerke eines Kampfflugzeugs vom Typ SU-25 (Frogfoot) erzeugt.
| Flugzeugtriebwerke als Basis eines Wärmekraftwerks (Foto: ipmdeutschland.de) |
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Die P-13-Triebwerke aus dem Motorenwerk Ufa (gehört zur Luftfahrtholding OAK) wurden bereits zu Gasmotoren konvertiert, die die Turbinen antreiben. Zwei solcher Anlagen drehen eine ganze Reihe von Generatoren – am Ende erzeugen sie dadurch 16 Megawatt Strom. Die verarbeiteten Gase werden nicht in die Luft gepustet, sondern wärmen den Kessel. Darin wird heißes Wasser von den Abgasen der Gasturbinen erhitzt.
„Nur Wärme oder nur Strom zu erzeugen, ist falsch, betrachtet man den Wirkungsgrad bei der Nutzung des Heizwerts dieses Brennstoffs. Der Wirkungsgrad solch eines Kraftwerks bei der Nutzung der Kraft-Wärme-Kopplung, das heißt bei der gleichzeitigen Erzeugung von Strom und Wärme, ist deutlich höher. Er liegt bei etwa 60 Prozent“, erklärt Nikolai Kusnezow, Direktor für Industrieanlagen bei der OAK.
Das Wärmekraftwerk mit den Flugzeugtriebwerken versorgt mehrere Stadtviertel der Großstadt mit Strom und Warmwasser. Zwei solcher Kraftwerke können den Energie- und Wärmebedarf einer Kreisstadt völlig decken.
Zudem können derartige Gasturbinen-Kraftwerke schnell ein auftretendes Energie- und Wärmedefizit z.B. bei starkem Frost decken.
„Die Inbetriebnahme einer Gasturbine nimmt etwa einen Tag in Anspruch. Und hier nur zehn Minuten“, sagte der Direktor des Kraftwerks in Pawlowski Posad, Wadim Konowalow. „Das Einlegen des Leerlaufs und die Einstellung der Belastung dauert noch einmal fünf bis zehn Minuten“, fügte er hinzu.
2009 wurden in Russland mehrere solcher Kraftwerke in Betrieb genommen. Zusammen erzeugen sie rund 480 MW Leistung, das ist vergleichbar mit einem herkömmlichen Kraftwerk. Freilich beträgt die Bauzeit eines traditionellen Kraftwerks etwa ein Jahrzehnt, während diese Gasturbinen innerhalb von neun Monaten aufgestellt werden können.
„In einem gewöhnlichen Kraftwerk sind für die Erzeugung von einem Kilowatt Strom 500 Gramm Einheitsbrennstoff erforderlich. Bei dieser Art von Gasturbinenkraftwerk sind es nur 180 Gramm, wenn sie die Kraft-Wärme-Kopplung nutzt“, erklärt Kusnezow einen weiteren Vorteil. Russische Wissenschaftler haben errechnet, dass durch den Aufbau weiterer solcher Kraftwerke in zehn Jahren rund 20 Mio. Tonnen Treibstoff jährlich gespart werden können.
Quelle: Vesti.ru, rufo
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