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Bilanz im Norden: Schwacher Wind, aber viel Sonne (Foto: greenworldgroup.net)
Donnerstag, 28.01.2010

Bilanz im Norden: Schwacher Wind, aber viel Sonne

Flaute in Deutschlands nordöstlichstem Bundesland Mecklenburg-Vorpommern: Der schwache Wind hat den Betreibern von Windkraftanlagen ein wenig die Bilanz verdorben. Dafür erfreute die Sonne Nutzer von Solaranlagen.


Bilanz im Norden: Schwacher Wind, aber viel Sonne (Foto: greenworldgroup.net)


„2009 wurden mit 49 WKA und einer installierten Leistung von über 95 MW fast doppelt so viele Windkraftanlagen wie 2008 in Mecklenburg-Vorpommern errichtet“, teilte Andreas Jesse, Sprecher des Landesverbandes M-V beim Bundesverband für Windenergie e.V. mit. Damit hat sich die Anzahl der WKA im Bundesland auf 1.295 erhöht, die installierte Leistung auf 1.442 MW.

Nach Angaben Jesses sind in den nächsten zwei Jahren Investitionen von 1,5 Mrd. Euro möglich, vorausgesetzt die Politik macht ihre Hausaufgaben und gibt die Eignungsräume rechtzeitig frei. Die Gemeinden müssten eigentlich am Ausbau der Windkraft interessiert sein. Nach Berechnungen von Experten profitieren die Kommunen pro Jahr mit rund 7,2 Mio. Euro an Gewerbesteuern vom Windboom.

Für die Betreiber von WKA war das vergangene Jahr allerdings kein voller Erfolg. Schuld daran ist das Wetter. Der Wind blies deutlich schwächer als in den vergangenen Jahren, etwa 20 Prozent weniger als im Durchschnitt. Das Windjahr war das schwächste der vergangenen fünf Jahre. Somit konnte das Ziel, 40 Prozent des Stromverbrauchs im Bundesland mit Windenergie zu decken, nicht ganz erreicht werden.

Strahlende Bilanz hingegen für die Betreiber von Solaranlagen: Mecklenburg-Vorpommern war nicht nur erneut deutschlandweit Spitzenreiter bei den Sonnenstunden, sondern konnte 2009 sogar 153 Stunden mehr Sonne genießen als im Jahr zuvor. Im Gesamtjahr lag die Zahl der Sonnenstunden laut Wetterdienst damit bei 1.835 Stunden.

Solar-Betreiber haben die Gunst der Stunde(n) erkannt und 2009 knapp 800 neue Photovoltaik-Anlagen in Betrieb gesetzt. Insgesamt stieg die Leistung von Solaranlagen damit auf 82 MW oder etwas mehr als ein Prozent der Stromverbrauchsmenge des Bundeslands.

Jesse rechnet damit, dass die Bedeutung von Photovoltaikanlagen in den nächsten Jahren steigt. „Bis 2020 werden deutlich über 500 MW Photovoltaikanlagen in unserem Bundesland am Netz sein“, prognostiziert er. Das Ziel der Landesregierung nimmt sich mit 150 MW dagegen bescheiden aus.

Von den regenerativen Energieträgern spielt zudem noch die Biomasse in Mecklenburg-Vorpommern eine wichtige Rolle. Insgesamt werden bereits über 200 MW Leistung durch Biomasse erzeugt. Von untergeordneter Bedeutung in Deutschlands Nordosten sind hingegen Geothermie (0,2 MW) und Wasserkraft (3 MW).

Quelle: MVregio, rufo

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