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Montag, 29.11.2010
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| Eine Kaltgasturbine erzeugt Strom für ein neunstöckiges Wohnhaus (Foto: nzl.ru) |
1.000 Kaltgasturbinen ersetzen Atomkraftwerk
1994 wurde in Russland die erste Kaltgasturbine aufgestellt. Inzwischen gibt es zehn. Die Generatoren erzeugen im Wärmekraftwerk Strom, ohne Gas zu verbrennen. Die Kaltgasturbine dreht sich durch Gasdruckunterschiede.
Eine Kaltgasturbine erzeugt Strom für ein neunstöckiges Wohnhaus (Foto: nzl.ru)
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In einem Wärmekraftwerk wird Gas mit einem Druck von 10 atm (1013 kPa) zugeführt. Verbrannt wird es für die Energiegewinnung bei einem Druck von 2 atm (202,6 kPa). Die bei der Senkung des Drucks entstehende Energie zu nutzen hat der russische Wissenschaftler Michail Millionschikow bereits 1947 vorgeschlagen.
Eine Kaltgasturbine funktioniert wie eine Turbine im Wasserkraftwerk: Diese dreht sich durch den Wasserstrom. Ein Kaltgasgenerator ist eine Turbine, in der das Gas nicht verbrannt wird, sondern sie beim Durchlauf zum eigentlichen Verbraucher dreht. Die Kaltgasaggregate senken den Gasdruck dabei bis auf den nötigen Wert. Sie üben damit die Funktion eines Gasverteilerpunkts aus und erzeugen zugleich Strom.
Eine Kaltgasturbine erzeugt Strom für ein neunstöckiges Wohnhaus
Der erste Kaltgaskomplex, bestehend aus zwei Kaltgasgeneratoren vom Typ DGA-5.000 mit einer Leistungsfähigkeit von 10 Megawatt, wurde im Moskauer Wärmekraftwerk 21 in Betrieb genommen. Beide Generatoren stammen aus der Fabrik „Priwod“ in Lyswa (Gebiet Perm). Zwei weitere Kaltgasgeneratoren mit einer Kapazität von zwölf Megawatt sind im Wärmekraftwerk 23 des Energieversorgers „MosEnergo“ in Betrieb. Jeder Generator versorgt ein neunstöckiges Wohnhaus vollständig mit Strom.
In Russland werden Kaltgasturbinen mit einer Kapazität zwischen 1,5 und 12 Megawatt hergestellt. Diese Turbinen werden auch in die Ukraine und nach Weißrussland exportiert. Doch im Westen findet die von Millionschikow entwickelte Technologie viel breitere Verwendung.
Alexander Stepanez, der die Aufstellung der Kaltgasturbinen in den Moskauer Wärmekraftwerken organisiert hat, schätzt das Potenzial der Stromerzeugung durch Kaltgasturbinen auf acht Gigawatt.
Rund 1.000 Kaltgasturbinen erzeugen soviel Strom wie ein Atomkraftwerk. Die Nachteile der Technologie bestehen in der Lärmbelastung sowie der Notwendigkeit, explosionsfesten Beton zu verwenden und das Gas vor der Einleitung in die Turbine anzuwärmen. Doch selbst damit liegen die Selbstkosten der Stromerzeugung nur bei einem Fünftel der Kosten eines Wärmekraftwerks.
Zudem wird das Gas während des Prozesses nicht verbrannt. Somit gibt es auch keine klimaschädlichen Emissionen.
Quelle: Vesti.ru, .rufo
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