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Rostow am Don (Foto: www.rostov-gorod.ru)
Rostow am Don (Foto: www.rostov-gorod.ru)

Contracting-Programm für Schulen und Krankenhäuser im Gebiet Rostow

Im Gebiet Rostow ist ein Projekt zur Senkung von Heizkosten und Wasserverbrauch in öffentlichen Schulen und Krankenhäusern angelaufen. Erste Ergebnisse zeigen, dass der Wärmeverbrauch um 16% und der Heißwasserverbrauch um 67% reduziert wurde. Dies bedeutet eine Entlastung des regionalen Haushalts um 120.000 Rubel pro Schule. Die Gebietsadministration bemüht um Bestimmungen für eine effektivere Energienutzung in öffentlichen Einrichtungen.

Die Kosten für kommunale Dienstleistungen im öffentlichen Bereich belaufen sich für das Gebiet Rostow jährlich auf mehr als eine Milliarde Rubel (umgerechnet etwa 30 Millionen Euro). 70% dieser Summe entfallen auf Einrichtungen des Bildungs- und des Gesundheitswesens. Bedingt durch den Anstieg der Energietarife und der genehmigten Verbrauchsnormen stiegen die Versorgungskosten zwischen 1999 und 2002 um das Dreifache. Die hohen Ausgaben machten das Energiesparen wirtschaftlich interessant.

In der Stadt Rostow wurden 2002 in 25 Schulen Wasser- und Wärmezähler installiert. Es stellte sich heraus, dass der Wärme- und Wasserverbrauch nicht mit den normativen Berechnungen übereinstimmt, die dem geltenden Verrechnungsmechanismus zugrunde liegen. Weiterhin wurde festgestellt, dass die Energieversorger 36% mehr Wärme lieferten als eigentlich benötigt wurde. Zwei Drittel der Schulen und Krankenhäuser waren überheizt. Bei der Wasserversorgung entsprachen die geltenden Verbrauchsnormen für eine Schule denen eines Wohnhauses. Hier brachte eine Abrechnung nach dem tatsächlichen Verbrauch sowie eine Reihe elementarer Maßnahmen (Abschalten der Wasserzufuhr während Ferien und Feiertagen, Abschaffung einer zuvor eingerichteten automatischen Toilettenspülung) einen Spareffekt von ca. 32%.

Eine im Auftrag der Gebietsadministration vom Moskauer Zentrum für Energieeffizienz CENEF durchgeführte Untersuchung zeigt, dass wirtschaftlich vertretbare Energiesparmaßnahmen abhängig von den Tarifen zwischen 17 und 45% des tatsächlichen Verbrauchs reduzieren können. Diese Einsparungen können zusätzlich zu den Verbrauchsminderungen erzielt werden, die bereits im Ergebnis des Einbaus von Messgeräten erreicht werden. Als wirtschaftlich nicht vertretbar werden in der Studie Maßnahmen angesehen, die eine Investitionsrückflussdauer von mehr als 8 Jahren haben.

Die Montage und Wartung der installierten Messgeräte übernehmen in Rostow seit einem Jahr private Energieservice-Unternehmen (ESKO). Die Voraussetzungen für die Tätigkeit eines ESKO wurden durch einen entsprechenden Beschluss der Rostower Gebietsadministration (Nr. 427, 13.09.2002) geschaffen. Die anfallenden Wartungskosten werden durch den erzielten Spareffekt gedeckt. In Rostow belaufen sich diese Kosten auf 850 Rubel pro Gerät und Monat. In dieser Hinsicht sind für die ESKOs nur öffentliche Einrichtungen rentabel, die mehr als 0,1 Gcal/h Wärmeenergie verbrauchen. Von 50 untersuchten Objekten erfüllten 42 dieses Kriterium.

Beim Betrieb der Messgeräte werden noch einige Mängel festgestellt. So wurden die Temperatursensoren ohne Sonnenschutz installiert, Verbrauchszähler wurden an den Leitungsverengungen eingebaut, es wurden vor die Zähler oft keine magnetisch-mechanischen Filter geschaltet. Im Moment wird eine arbeitsintensive manuelle Ablesung praktiziert, die keine aktuellen Informationen über den Zustand der Anlage liefern kann.

Die Gebietsverwaltung hat ein Contracting-Schema „Zahlung nach Rechnung“ entwickelt, um die Energiesparmechanismen langfristig funktionsfähig zu halten. In diesem Schema schließt die Gebietsadministration einen Vertrag nicht direkt mit dem Energieversorger, sondern mit einem ESKO. Im Normalfall betreut dieses ESKO auch die Verbrauchsmessgeräte im entsprechenden Objekt. Die Kommune beantragt die Lieferung einer bestimmten Qualität der Dienstleistung (ein komfortables Temperatur- und Feuchtigkeitsregime, Elektrizität an bestimmten Tageszeiten usw.) und nicht eine feste Menge der jeweiligen Ressource. Die vertraglich vereinbarte Summe für die Bereitstellung dieser Leistungen liegt unter den Energielieferkosten, welche vor Installation der Messgeräte direkt an den Energieversorger zu zahlen waren, sie liegt jedoch über den Kosten für die Bereitstellung der nunmehr tatsächlich verbrauchten – und gemessenen – Energie. Der Vorteil für das ESKO ergibt sich daraus, dass sie den Energieversorger nach dem tatsächlichen Zählerstand bezahlt.

Dieses Schema bringt dem Haushalt einen permanenten Spareffekt. Allerdings beträgt die maximale gesetzliche Frist für einen kommunalen Auftrag derzeit nur ein Jahr. Das Risiko für das ESKO ließe sich durch eine Fristverlängerung reduzieren.

Quelle: CENEF
Veröffentlicht am 07.04.2003

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