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Energieüberwachung per Contracting-Lösung

In Sachsenheim wurde für zwei kommunale Liegenschaften ein umfangreiches Energieüberwachungsprogramm in Form eines Energiecontractings realisiert. Die Drittfinanzierung ermöglicht ohne ein Risiko für die Gemeinde Stromeinsparungen in Höhe von über 50 % und Heizenergieeinsparungen von 21 %.

In Sachsenheim konnten Energiesparmaßnahmen im städtischen Schulzentrum sowie in der Sporthalle mit Hilfe eines Contracting-Vertrages realisiert werden, ohne dass die Kommune selbst Investitionen vornehmen musste.

Contracting-Partner der Stadt ist die Kraft-Wärme-Anlagen GmbH (KWA). Sie installierte eine Beleuchtungsregelung in der Sporthalle sowie eine neue Gebäudeleittechnik im Schulzentrum. Finanziert werden die Maßnahmen durch die über eine Laufzeit von zehn Jahren realisierten Energiekosten-Einsparungen. Entwickelt wurde das Konzept vom Ingenierbüro Schuler aus Bietigheim-Bissingen. Der Contracting-Vertrag legt fest, dass die Gemeinde eine jährliche Rate zahlt, welche Zins und Tilgung für die installierten Anlagen abdeckt.

Im städtischen Schulzentrum wurde auf die Regelungsanlage mit Einzelraumregelung ein Gebäudeleitsystem aufgeschaltet. Durch das System ist eine Fernauslesung von Energieverbrauchsdaten und die Optimierung von Anlagenparametern per Ferneinwirkung möglich. Das Programm ist ebenfalls auf dem Computer des Hausmeisters installiert, wodurch dieser die Ein- und Ausschaltzeiten in den einzelnen Räumen programmieren kann.

Auch die neue Beleuchtungsregelung in der Sporthalle wurde im Rahmen einer Contracting-Lösung umgesetzt. In der dreiteiligen Halle wurden die Leuchten mit weißen Reflektoren durch Alureflektoren erweitert. Das Beleuchtungsniveau wurde damit um 100 % erhöht. Eine tageslichtabhängige Lichtregelung durch Blockregler in der Zuleitung der Lampenleitung ermöglicht die exakte Steuerung der Beleuchtungsstärke der Leuchtstofflampen. Außerdem sorgen neu installierte Präsenzmelder dafür, dass nur bei Anwesenheit von Personen und unzureichender Beleuchtungsstärke die künstliche Beleuchtung aktiviert wird. Die Energieeinsparung beläuft sich auf über 50 %.

Die Investition für die Leittechnik im Schulzentrum sowie für die Beleuchtungsregelung in der Sporthalle betrug je ca. 25.000 €. Im Contracting-Vertrag ist eine jährliche Rate festgelegt, die die Kommune an den Contractor entrichtet. Liegen die eingesparten Energiekosten unter dieser Rate, so kommt dieser für die Differenz auf. Falls die Einsparungen höher ausfallen, wird der Überschuss zwischen Gemeinde und Contractor gleichmäßig aufgeteilt.

Im ersten halben Betriebsjahr konnten in der Leitzentrale Einsparungen beim Wärmeverbrauch in Höhe von 90.000 kWh (ca. 20 %) erzielt werden. Auf das ganze Jahr hochgerechnet werden somit ca. 4.500 € eingespart (bei Wärmekosten von ca. 2,5 Cent/kWh), was die Contractingrate um etwa 1.250 € übertrifft. Durch die Einsparungen bei den Heizkosten können darüber hinaus deutliche Umweltentlastungen erreicht werden. Nach zehn Jahren geht die Anlage in den Besitz der Stadt über.

Die neue Beleuchtungsregelung der Sporthalle hat Stromeinsparungen von mehr als 50 % zur Folge, wobei die Beleuchtungsstärke verdoppelt werden konnte. Die eingesparten Stromkosten decken die Aufwendungen für Zins und Tilgung der getätigten Investitionen.

Die Energieeinsparungen belaufen sich auf 34.621 kWh, was bei einem Strompreis von ca. 9 Cent/kWh einem Betrag von etwa 3.200 € entspricht. Die statische Amortisationszeit beträgt daher 7,8 Jahre.

Quelle: BINE Informationsdienst “Innovative Energieprojekte”
Veröffentlicht am 28.11.2002

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