Die Vetro Energo AG errichtete im Oktober 2001 in siebzig Meter Entfernung vom Hotel „Ogni Murmanska“ eine gebrauchte 200-kW-Turbine des dänischen Herstellers WINCON und nahm sie in Betrieb. Das Unternehmen ist auch der Eigentümer der Anlage.
Bis zu dem Zeitpunkt bezog das Hotel seinen Strom und Heizungswärme vom regionalen Energie-Monopolisten Kolenergo. Die Windkraftanlage sollte die teilweise Energieversorung des Hotels übernehmen, um die Kosten für Fernheizung und Strom zu senken. Die Anlage kann aber das Hotel ganzjährig vollständig mit Strom versorgen und speist überschüssige Elektroenergie in das Netz von Kolenergo ein. So erzeugte die Anlage im Jahr 2002 228.000 kWh. Das Hotel verbrauchte aber nur etwa 150.000 kWh. Kolenergo gestattet zwar die Einspeisung der überschüssigen Elektroenergie in sein Netz, bezahlt aber kein Geld an den Stromlieferanten und lehnt einen Vertrag mit der Vetro Energo AG über die Bezahlung der eingespeisten elektrischer Energie in sein Netz ab. Denn dazu sind russische Energieversorgungsunternehmen gesetzlich nicht verpflichtet.
Zu Jahresanfang 2003 setzte die Windkraftanlage auf Grund der harten Fröste (-35 °C) zeitweilig aus, der Kontroller in der Turbine war eingefroren. Aber nach der anschließenden „Erwärmung“ setzte sich die Anlage von allein wieder in Betrieb.
Die Errichtung der Windkraftanlage wurde von der norwegischen Regierung mit 2 Mio. NOK (norwegischen Kronen) unterstützt. Die Vorbereitung der Montage hatte etwa 6.200 € (200.000 Rubel) gekostet. Hierzu zählten die Bezahlung der russischen Arbeitskräfte, Bereitstellung von Bautechnik sowie die Errichtung des Fundaments. Den Kaufpreis für die Turbine geben die Betreiber Windkraftanlage nicht bekannt. Die Anschaffung der gebrauchten Anlage war sinnvoll bei einem Erzeugungspreis für eine Kilowattstunde Strom bis zu 3 Cent. Die Betreiber geben die Amortisationsfrist mit 5 – 7 Jahren an.
Mit der Windkraftanlage für das Hotel ist eine langfristig geplante Gemeinschaftsinitiative des norwegischen Naturschutzbundes und des Ökologischen Koordinationszentrums der Halbinsel Kola (KKEZ Geja, Murmansk) von 1998 in die Praxis gestartet. Ziel ist es, erstmals in Russland die Windenergie auf einem weiten Territorium der Halbinsel Kola durch Windkraftanlagen mit einer Leistung von 50 bis 250 kW zu nutzen. In der Perspektive soll ein Windpark mit einer kalkulierten Gesamtleistung von 700 MW entstehen. Die Windkraftanlagen sollen zukünftig in einheimischen Betrieben des Gebietes Murmansk hergestellt werden.
Quelle: Greenworld, Vetro Energo SAO
Veröffentlicht am 21.02.2003
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