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Energiepark Clausthal
Im Rahmen eines auf 10 Jahre angelegten Lehr- und Demonstrationsvorhabens will die Clausthaler Umwelttechnik-Institut GmbH den Elektro- und Wärmeenergiebedarf ihres Gebäudes im Energiepark Clausthal vollständig aus erneuerbaren Energien decken. Der wechselnde Energiebedarf soll durch Kopplung unterschiedlicher regenerativer Energieeinheiten sichergestellt werden: Wind, Wasser und Sonne liefern abhängig von Wetter, Tages- und Jahreszeit Energie. Hackschnitzel, Rapsöl und Biogas sollen komplementär als speicherbare Energieträger eingesetzt werden. Ein intelligentes Managementsystem sorgt für die Koordination der verfügbaren Einheiten.
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Die 1990 gegründete Clausthaler Umwelttechnik-Institut GmbH (CUTEC) ist eine außeruniversitäre Einrichtung des Landes Niedersachsen und versteht sich als Bindeglied zwischen Universität und Wirtschaft. Sie beschäftigt sich mit Problemen der Abfall- und Kreislaufwirtschaft, der Energie- und Versorgungswirtschaft sowie der Mobilitätswirtschaft. 1995 bezog das Unternehmen einen Neubau mit rund 10.000 m² Nutzfläche. In einem 1999 auf zehn Jahre angelegten Lehr- und Demonstrationsvorhabens will die CUTEC den Elektro- und Wärmeenergiebedarf ihres Gebäudes zu 100 % aus erneuerbaren Energien decken. Weitere Projektbeteiligte sind die TU Clausthal (Institute für Elektrische Energietechnik sowie Energieverfahrenstechnik und Brennstofftechnik) und die Stadtwerke Clausthal-Zellerfeld GmbH.
Ermöglicht wird das Vorhaben durch einen Zuschuss der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) in Osnabrück von 910.100 € für die erste Phase von drei Jahren. In diesen drei Jahren werden die einzelnen Komponenten des Energieparks errichtet. Im Jahr 2002 soll der autonome Dauerbetrieb des Systems aufgenommen werden. Danach ist vorgesehen, die Anlage mindestens sieben Jahre zur Demonstration der langfristigen Machbarkeit zu betreiben.
Der Energiepark zur Versorgung des CUTEC-Gebäudes soll folgende Einzelkomponenten umfassen:
- Windkraftanlage (80 kW)
- Wasserkraftanlage (30 kW)
- Photovoltaikanlage als Verschattung und Fassade (max. 20 kW)
- anaerobe Bioabfallvergärung und Biogasnutzung im BHKW
- Holzhackschnitzelvergasung mit Stirling-Motor und Abhitzekessel
- Pflanzenöl-BHKW auf Basis Rapsöl und Rapsölmethylester (“Biodiesel”)
- solarthermische Anlage, gekoppelt mit Wärmepumpe
Die vorhandenen Potentiale für Wind-, Wasserkraft und solare Strahlung werden in ihrer unterschiedlichen Verfügbarkeit, Qualität und Schwankung für die Energieversorgung des Gebäudes herangezogen. Biomasse in Form von Hackschnitzeln, Rapsöl und Biogas sorgen als gespeicherte Energieformen für den noch notwendigen Ausgleich. Die Abstimmung mit dem in Grenzen vorhersagbaren, dennoch aber fluktuierenden Energiebedarf des Institutsgebäudes stellt an das Energiemanagementsystem hohe Anforderungen und erfordert elektrische und thermische Speichermöglichkeiten im Millisekunden-, Minuten- und Tagesbereich.
Die netzunabhängige Stromerzeugung und Energieversorgung soll demonstrieren, dass eine Energieversorgung aus erneuerbaren Energien ohne externe (d. h. auf konventioneller Versorgung basierende) Anbindung technisch realisierbar und betreibbar ist. Auf diese Weise sollen in der Argumentation über die zukünftigen Chancen erneuerbarer Energieträger belastbare Fakten geschaffen werden.
Quelle: BINE Informationsdienst “Innovative Energie-Projekte”
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