An der Bramkampstraße in Gelsenkirchen-Bismarck wurden auf einer Fläche von vier Hektar 72 Reihenhäuser im Umfeld der ehemaligen Steinkohlenzeche Consolidation errichtet. Im nördlichen Bereich baute eine Firma aus Gelsenkirchen 36 unterkellerte Massivhäuser mit giebelständigen Satteldächern, im südlichen Bereich errichtete ein Ratinger Bauträger 36 überwiegend nicht unterkellerte Häuser mit Pultdächern in Holzrahmenbauweise. Die architektonische Zweiteilung des Wohngebietes besteht auch bezüglich der Energieversorgung: Im Norden erfolgt die Strom- und Wärmeerzeugung für jedes Haus dezentral. Im Süden werden die Reihenhäuser gruppenweise im Rahmen eines Nahwärme-Contractings durch die Emscher Lippe Energie GmbH (ELE) mit Energie versorgt.
Für die 72 Einfamilienhäuser wurden zwei unterschiedliche energetische Konzepte gewählt: Die 36 Häuser der Bau+Grund aus Gelsenkirchen verfügen über je 5 m² dachintegrierte Solarkollektoren und PV-Elemente mit je 1,5 kW(p) Leistung. Alle Häuser werden einzeln versorgt. Die 36 Häuser der Ratinger Interboden GmbH & Co. KG dagegen besitzen 5 m² Solarkollektoren als Verschattungselemente über den Südfenstern. Die PV-Elemente mit 1 kW(p) werden ebenfalls über den Fenstern montiert und außerdem auf den Gründächern aufgeständert. Die Energieversorgung erfolgt in Gruppen von 5 bis 10 Häusern durch Kopfstationen. Die überwiegend im Winter benötigte zusätzliche Heizenergie wird durch Erdgas in Brennwertkesseln bereitgestellt. Errichter, Betreiber und Eigentümer der Energieerzeugungsanlagen ist die Emscher Lippe Energie GmbH (ELE). Als Contractor rechnet sie die erbrachten Energiedienstleistungen direkt mit den Kunden ab.
Die Niedrigenergiehäuser der Solarsiedlung unterschreiten die Bestimmungen der WSVO 95 um 25 %, der jährliche Heizwärmebedarf beträgt durchschnittlich 37 kWh/m². Über 60 % des Warmwasserbedarfs werden solarthermisch und über 50 % bzw. über 33 % des elektrischen Stromes werden mit Hilfe der Photovoltaikanlagen erzeugt. Waschmaschinen und Geschirrspüler sind an die solare Warmwasserbereitung angeschlossen; alle Häuser besitzen Kochgasanschlüsse. Der berechnete CO2-Ausstoß beträgt 2,9 t jährlich, das bedeutet gegenüber konventionellen Neubauten gleicher Größe eine Einsparung von 55 % und gegenüber Niedrigenergiehäusern eine Verminderung von 30 %.
Die Kosten für die schlüsselfertigen Häuser an der Bramkampstraße betragen zwischen 170.800 € und 240.300 €.
Die Photovoltaik- und die thermischen Solaranlagen wurden mit 352.800 €, die solar-passive Bauweise der Häuser mit 81.800 € durch das Ministerium für Bauen und Wohnen NRW gefördert (REN-Breitenförderung). Die Solaranlagen wurden mit 1.020 € je Photovoltaik- bzw. thermischer Solaranlage durch die Emscher Lippe Energie GmbH (ELE) gefördert.
Quelle: BINE Informationsdienst
„Innovative Energie-Projekte“
Veröffentlicht am 25.09.2002
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