Impressum 
Datenschutz 
Links 
Partner 
Für Unternehmen 


Solare Nahwärmeversorgung Hamburg-Bramfeld

Nach Erfahrungen mit solarunterstützten Nahwärmesystemen in Schweden und Voruntersuchungen in Deutschland wurden im Rahmen des Förderprogramms „Solarthermie 2000“ des BMWi Anlagen mit großen Kollektorflächen und saisonalen Wärmespeichern gebaut und erprobt. Die Hamburger Gaswerke bauten und betreiben das Wärmeversorgungssystem inklusive Solaranlage.

Die Wärme der auf den Dächern von 15 Hausgruppen untergebrachten Kollektoren mit einer Gesamtfläche von 3000 m² wird über die Kollektorleitungen in die Heizzentrale zum Beladewärmeüberträger des Speichers transportiert und von dort in den Wärmespeicher eingespeist. Die Wärmelieferung der Solaranlage (ab Speicher) beträgt 789 MWh/a.

Der Nutzwärmebedarf umfasst den Wärmebedarf für Raumheizung von 1.045 MWh/a sowie den Wärmebedarf für Warmwasserbereitung von 396 MWh/a. Der Gesamtwärmebedarf ab Heizzentrale (brutto, d. h. bei Verlusten des Wärmeverteilnetzes von 169 MWh/a) beträgt 1.610 MWh/a.

Die Wärmeversorgung der Gebäude erfolgt aus dem Wärmespeicher über den Entladewärmeübertrager und dann über das Wärmeverteilnetz. Gegebenenfalls wird mit einer Gaskesselanlage nachgeheizt. Die konventionelle Nachheizung wird durch zwei Gaskessel mit jeweils 350 kW übernommen. Die Wärmelieferung beider Kessel umfasst 821 MWh/a. Ihre Einbindung erfolgt über eine hydraulische Weiche ins Wärmeverteilnetz. Damit wird das Rücklaufwasser zunächst aus dem Speicher so weit wie möglich vorgewärmt. Die Zuschaltung der Kessel mit modulierenden Brennern erfolgt entsprechend dem aktuellen Heizleistungsbedarf zur Erreichung der geforderten Vorlauftemperatur von 60 °C. Trotz der solaren Vorwärmung des Heizwassers empfiehlt sich der Einsatz von mindestens einem Gas-Brennwertkessel. Die Entscheidung über den Einsatz von Brennwertechnik lag bei den Hamburger Gaswerken, die aufgrund der niedrigen Kosten zwei Niedertemperaturkessel favorisierten.

Die Kosten für die Solaranlage betrugen insgesamt ca. 2,2 Mio. € (ohne Planungs- und Personalkosten von rund 511.000 €), d.h. 583 € je m² Kollektorfeld bzw. 159 € je m² Wohnfläche. In den Investitionskosten sind auch die Kollektor-Sammelleitungen enthalten. Die solaren Nutzwärmekosten liegen bei ca. 0,26 €/kWh (ohne Förderung, ohne MWSt., inkl. Planung). Der solare Deckungsanteil wurde mit dem Simulationssystem TRNSYS für den langfristigen Betrieb erhoben: Er liegt in Hamburg-Bramfeld bei berechneten 49 %.

Die Wämeverteilung an die einzelnen Häuser ist in Zweileitertechnik ausgeführt, die Brauchwassererwärmung erfolgt in den einzelnen Hausübergabestationen. Das gesamte Netz ist auf Vorlauf-/Rücklauftemperaturen von 60 °C / 30 °C ausgelegt. Die Vorlauftemperatur wird wegen der dezentralen Brauchwasserbereitung das ganze Jahr über auf 60 °C gehalten. Das Kollektornetz ist mit dem Wärmeverteilnetz im selben Graben verlegt. Es besteht in allen Nennweiten aus Kunststoffmantelrohren mit Stahlmedienrohren.

Für die Hausanschlüsse jedes Gebäudes werden Kompaktübergabestationen mit einem direkten Anschluss der Hausheizungsanlage und einer Brauchwassererwärmung über einen Plattenwärmetauscher eingesetzt. Das Fernheizwasser passiert zunächst den Schmutzfänger und wird dann den Heizkreisen im Haus zugeleitet. Die Warmwasserbereitung erfolgt über den Wärmeübertrager, der wie ein Durchlauferhitzer funktioniert. Sobald der Warmwasserhahn aufgedreht wird, fliesst auf der anderen Seite heißes Fernheizwasser durch den Wärmeübertrager und heizt das kalte Wasser auf. Die Heizleistung des Wärmeübertragers für ein Einfamilienhaus beträgt ca. 32 kW. Die Hausübergabestationen werden einschliesslich eines Wärmemengenzählers von den Hamburger Gaswerken (Heingas/HGW) für jedes Haus zur Verfügung gestellt.

Quelle: BINE Informationsdienst “Innovative Energie-Projekte”
Veröffentlicht am 28.02.2003

Länder in Deutschland

Regionen in Russland
Powered by RUFO