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Holzabfälle, wie z.B. Sägespäne, sollen künftig bei der Wärmeversorgung auf dem Land genutzt werden (Foto: www.landscape.ru
Holzabfälle, wie z.B. Sägespäne, sollen künftig bei der Wärmeversorgung auf dem Land genutzt werden (Foto: www.landscape.ru

Nischni Nowgorod stellt ländliche Wärmeversorgung auf Bioenergie um

In neun Kreisen der Region Nischni Nowgorod soll die Wärmeversorgung auf Bioenergie umgestellt werden. Die Umrüstungskosten werden auf insgesamt 880 Mio. Rubel (25 Mio. Euro) geschätzt. Trotzdem soll sich das Projekt innerhalb kurzer Zeit rentieren.

Bisher wurden die Heizkraftwerke in den Gebieten mit Kohle betrieben, da sie zu abgelegen waren, um zu Sowjetzeiten eine Gasleitung dorthin zu verlegen. Die nun geplante Umrüstung betrifft insgesamt 464 Kesselhäuser, die Kosten liegen bei je 1,9 Mio. Rubel (54.000 Euro).

Statt mit Kohle sollen die Kesselhäuser künftig mit Holzabfällen, die bei der industriellen Holzverarbeitung anfallen, beheizt werden. Dies ist einerseits billiger, andererseits auch umweltfreundlicher.

Insgesamt werden die Rohstoffkosten bei vergleichbarer Heizleistung auf knapp 40 Prozent gesenkt. Einerseits ist das Holz, das ja selbst Abfallprodukt ist, schon wesentlich billiger als Kohle, zum anderen entfällt ein Großteil der Transportkosten, da die Kohle bisher aus der Nachbarrepublik Komi „importiert“ werden muss. Holz hingegen gibt es auch in Nischni Nowgorod selbst.

Zudem hat Holz eine phänomenale Eigenschaft. Während bei einer Luftfeuchtigkeit von zehn Prozent zwei Tonnen Nutzholz etwa den Brennwert von einer Tonne (der deutlich teureren) Kohle haben, so ist es bei einer Luftfeuchtigkeit von 50 Prozent schon umgekehrt: Zwei Tonnen Kohle erzeugen soviel Wärme wie eine Tonne Nutzholz. Durch die Verwendung von Holzresten zum Heizen können also enorme Haushaltskosten eingespart werden.

Die Kosten für die Verbraucher sinken umso mehr, da auch die Ökoabgaben der Betreiber an den Staat sinken. Schließlich erlaubt die Nutzung von Holzabfällen bei der Wärmeerzeugung eine deutliche Verringerung des Ausstoßes von Schadstoffen. Bei der Verbrennung fallen keine Schwefelprodukte mehr an, der Ausstoß von Perylen und Stickstoffdioxid geht um die Hälfte zurück. Zudem werden gegenüber der Kohleverbrennung 30 Prozent weniger Kohlenmonoxid, 96 Prozent weniger Stickstoffmonoxid und sogar 98 Prozent weniger Asche ausgestoßen.

Der Übergang von Kohle auf Bioenergie könnte schon im nächsten Jahr starten. In der Region Nischni Nowgorod ist alles bereit. Allerdings brauchen die Projektentwickler dazu noch Unterstützung aus der Staatsduma. Das russische Parlament muss nämlich in einem noch zu verabschiedenden Gesetz über die Entwicklung alternativer Energieträger entscheiden, in welcher Art und Weise der Staat solche Projekte finanziell unterstützt.

Quelle: rufo

Veröffentlicht am 20.08.2007

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