Alternative Formen der Energieversorgung finden zunehmend Anerkennung in Russland. Das wurde bei der Einweihung des Kraftwerks in Belyj Rutschej im Gebiet Wologda deutlich: Neben den Vertretern der drei beteiligten Unternehmen „Belyj Rutschej“, „Rosenergo“ und „Wologdaenergo“ waren auch Beauftragte der Ministerien für Energiewirtschaft und für Wirtschaftsentwicklung und Handel aus Moskau angereist. Der Staat hat fast neun Prozent der Finanzierungskosten übernommen.
Bisher musste das Gebiet Wologda die Energie- und Wärmeversorgung seiner Industriebetriebe und der Bürger mit Lieferungen aus anderen, energiereicheren Regionen Russlands sicherstellen, denn Wologda verfügt über keine eigenen Öl- oder Gasvorkommen. Es gibt dort lediglich Torfabbau und Holz verarbeitende Industrie.
Die Abfälle der Holzindustrie sollen jetzt zur besseren Eigenversorgung des Gebiets genutzt werden. Ein Vorhaben mit gleich dreifachem Vorteil: So kann das Energieversorgungsdefizit teilweise ausgleichen werden. Außerdem fallen durch die Nutzung der Holzabfälle die Entsorgungskosten weg. Und schließlich schafft das neue Werk einhundert neue Arbeitsplätze.
Um die Holzabfälle als Brennmaterial nutzen zu können, werden sie zunächst zu Spänen zerkleinert. Anschließend werden diese Späne in den Kesselanlagen in der so genannten kochenden Schicht verbrannt. Man bezeichnet diesen Vorgang als „Fließbettverfahren“. Das körnige Material der Späne wird unter der Einwirkung von aufsteigenden Gasen oder Flüssigkeit in eine „Fließbettverfahren“ verwandelt. Die Methode „Fließbettverfahren“ nutzt man für die Austrocknung von körnigen Materialien, für die Verbrennung nichterzhaltiger Mineralien, beim Cracking von Öl oder bei der katalytischen Synthese. (at/cj/.rufo)
Veröffentlicht am 17.08.2006
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