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Thermische Biomassenutzung in einer Schreinerei

Der Schreinereigroßbetrieb aus Gladbeck musste 1995 aufgrund der Gebäudeerweiterung eine Heizanlagenaufstockung vornehmen. Prüfungen brachten das Ergebnis, dass eine Erweiterung der Holzfeuerung am günstigsten ist. Die bis dahin mit hohen Kosten entsorgten Holzabfälle wurden dann verfeuert. So resultieren aus der Umstellung ökonomische und ökologische Vorteile.

Projektbeschreibung:

Im Jahre 1995 wurde das Betriebsgelände der Großschreinerei Einrichtungen Mühlenbruch zu klein. Vorgesehen waren eine Betriebserweiterung und der Neubau eines Bürogebäudes. Die Produktionsfläche des 50 Mitarbeiter umfassenden Unternehmens sollte erweitert werden von annähernd 1.800 m² auf ca. 3.000 m². Bis dahin war ein kleiner Holzheizkessel für die Büro- und Werkhallenbeheizung im Einsatz. Die Holzabfälle wurden zu dieser Zeit mit Kosten in Höhe von 25.000 – 30.000 €/a entsorgt. Für den notwendigen Ausbau der Heizungsanlage wurden mehrere Konzepte untersucht. Nach Empfehlung der Energieagentur NRW und der Analyse der Ingenieurbüros döpik Umwelttechnik aus Stadtlohn wurde die Erweiterung der Holzfeuerung ausgewählt. Die Holzheizanlage sollte durch eine entsprechend größere Anlage ersetzt werden, um alle Gebäude mittels Nahwärmeversorgung beheizen zu können. Dafür wurde außerdem ein Schornstein und ein Erdgasanschluss errichtet.

Durch die einmalige Investition, die ohne staatliche Förderung realisiert wurde, waren Einsparungen von Heizkosten und die Vermeidung von Entsorgungskosten möglich. Darüber hinaus resultierten aus der neuen Anlage positive Umweltauswirkungen aufgrund der Ressourcenschonung an fossilen Brennstoffen und der Verringerung der CO2-Emmissionen.

Die Informationen entstammen zum Teil einer Veröffentlichung der Energieagentur NRW, die das Projekt fachlich begleitet hat.

Energiekonzept:

Die erneuerte Anlage zur Holzfeuerung besteht aus einem Heizkessel mit einer Nennleistung von 500 kW (thermisch) und kann von 5 bis 100 % geregelt werden. Da die Anlage über eine hohe Zuverlässigkeit verfügt, mußte kein Notkessel installiert werden. Der Kessel wird ganzjährig betrieben und dient in Schwachlastzeiten der Beheizung der Warmwasserbereitung und der Lackierhalle. Auf einen Pufferspeicher wurde verzichtet, weil die Grundlast sich während des ganzen Jahres auf mindestens 5 % beläuft.

In der Anlage werden in erster Linie Späne aus Span- und Faserplatten verwendet, darüber hinaus aber auch Massivholz. Einen Kubikmeter Holz bearbeitet der Zerhacker der Firma Untha aus Kuchl in Österreich in 5 bis 6 Minuten zu Holzhackschnitzeln. Im Jahr sind 2.000 m³ Späne nötig. Das Silo faßt 240 m³, was bei Volllastbetrieb für ungefähr 25 Tage ausreicht.

Das Hallenheizsystem arbeitet mit Deckenlufterhitzern, die eine Vorlauftemperatur von 80 °C haben. Aus Gründen der Kosten und der Sicherheit wurde hier keine Industriefußbodenheizung installiert, da das Fundament des Gebäudes nicht auf gewachsenem Boden gegründet wurde. Für den Maschinenraum liegt der Luftbedarf bei 11.500 m³/h und für den Lackierraum 4.800 m³/h. Im Büroneubau wurden statische Heizflächen mit einer Vorlauftemperatur von 70 °C installiert.

Kosten & Wirtschaftlichkeit:

Die einmalige Investition für die Erneuerung der Anlage betrug ca. 200.000 €. Dies beinhaltet die Heizanlage, die Wärmezentrale und die Späneabsaugung und -zufuhr. Die jährlichen Heizkosteneinsparungen belaufen sich auf ca. 25.000 € und die vermiedenen Entsorgungskosten auf ca. 25 bis 30.000 €. Daher liegt die Amortisationszeit bei 3 bis 4 Jahren. Die Umsetzung der Anlagenaufstockung konnte ohne staatliche Förderung durchgeführt werden.

Projektadressen:

Einrichtungen Mühlenbruch GmbH

Internet: http://www.einrichtungen-muehlenbruch.de
E-Mail: info@einrichtungen-muehlenbruch.de
Tel.: + 49.2043.9 62 90
  
Adresse: Helmutstr. 41 – 43
45968 Gladbeck


döpik Umwelttechnik GmbH

Internet: http://www.doepik.de
E-Mail: info@doepik.de
Tel.: + 49.2563.30 94
  
Adresse: Südlohner Weg 23
48703 Stadtlohn


Sanitär- und Heizungsbau Dirk Weihrauch

Tel.: + 49.2043.6 47 72
  
Adresse: Stahlhermstr. 28
45968 Gladbeck


Energieagentur NRW

Internet: http://www.ea-nrw.de
Tel.: + 49.203.3 06 12 60
  
Adresse: Bismarckstr. 142
47057 Duisburg


Quelle: BINE Informationsdienst “Innovative Energieprojekte”
Veröffentlicht am 26.09.2002

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