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Prozess- und Heizwärme aus Biomasse Schlossbrauerei Reuth

Die Schlossbrauerei Reuth hat seit Oktober 1988 ihre gesamte Energieversorgung hinsichtlich Prozess- und Heizwärme auf Holzhackschnitzel aus eigenen Wäldern umgestellt. Für den Betrieb des brauereieigenen Hackschnitzelheizwerks werden wöchentlich 90 bis 100 m³ Holzhackschnitzel benötigt, die zu 98 % als Restwirtschaftsholz aus dem 800 ha großen Waldbestand der Brauerei stammen. Die Schossbrauerei spart somit jährlich über 350.000 l Heizöl sowie rund 15.300 € Stromkosten ein.

Seit Oktober 1988 bezieht die Schlossbrauerei Reuth ihre gesamte Prozess- und Heizwärme aus einem brauereieigenen Holzhackschnitzelheizwerk. Im April 1988 wurde in Eigenregie mit dem Bau der Biomasseheizanlage begonnen. Innerhalb von sechs Monaten erfolgte der Einbau von Holzheizkessel, Hackschnitzelbunker und 70 Heizkörpern zur Beheizung der Schlossräume, Wohnhäuser und der Brauerei.

Zeitplan für den Umbau:
  • 1987 Planung, Bauantrag
  • April 1988 Baubeginn, I. Bauabschnitt: Kesselaustausch, Umbau des Sudhauses
  • Juni 1988 II. Bauabschnitt: Einbau von Heizkörpern
  • Oktober 1988 Inbetriebnahme
Für das Heißwasserbereitungssystem der Schlossbrauerei Reuth werden ausschließlich Holzhackschnitzel verfeuert. 90 bis 100 m³ Hackschnitzel in der Woche sind nötig, um die Brauerei, das Schloss und die Wohnräume komplett mit Heißwasser zu versorgen. Die Holzhackschnitzel kommen zu 98 % aus dem brauereieigenen, 800 ha großen Waldbestand. Mit einem mobilen Hacker häckselt ein Brauereimitarbeiter Bruchholz und Stämme mit weniger als 15 cm Durchmesser zu 2 bis 4 mm kleinen Hackschnitzeln. Die restlichen ca. 2 – 3 % bezieht die Schlossbrauerei aus dem benachbarten Sägewerk.

Die Brennstoffzufuhr des Heizkessels erfolgt kontinuierlich über Unterschubbeschickung durch elektronisch gesteuerte Schnecken. Das erzeugte 130 °C heiße Wasser zirkuliert in einem geschlossenen Kreislauf und wird über Rohrleitungen zu den Verbrauchern geführt: Wohnräume, Werkstätten, Schloss und die Brauerei. In der Brauerei werden neben der Kasten- und Flaschenwaschmaschine vor allem der Maischkessel und der 8.300 l fassende Kupfersudkessel mit Heißwasser versorgt. Um ein Verdampfen des Wassers zu verhindern, herrscht in der Anlage ein Druck von 5 bar.

Die aus dem Verbrennungsprozess anfallende Asche wird auf der benachbarten Kompostieranlage verwertet. Die Rauchabgase des Holzheizkessels werden in einer modernen Filteranlage gereinigt.

Die Schlossbrauerei Reuth spart mit der Biomasse-Heißwasseranlage jedes Jahr über 350.000 l Heizöl sowie rund 15.300 € Stromkosten ein. Die Investitionen von ca. 500.000 € für den Umbau wurden alleine von der Brauerei getragen. Es gab keine direkte finanzielle Förderung der durchgeführten Maßnahmen.

Quelle: BINE Informationsdienst “Innovative Energie-Projekte”
Veröffentlicht am 25.10.2002

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