Der Neubau der Firma für Verpackungsautomation ist neben einer offenen Architektur vor allem durch die ausschließliche Verwendung von regenerativen Energieträgern zur Wärmeerzeugung gekennzeichnet. Das Firmengebäude umfasst eine Produktionshalle und ein Verwaltungsgebäude.
Neben einer Biomasse-Heizanlage sind auf dem Dach 110 m² Röhrenkollektoren installiert, deren solare Wärmegewinne in einen Solarpufferspeicher eingespeist werden und bei Außentemperaturen über 13 °C zur alleinigen Wärmeversorgung der Gebäude ausreichen. Bei Temperaturen unter 13 °C wird die Biomasse-Heizanlage zugeschaltet.
Der für den Neubau errechnete Gesamtwärmebedarf beträgt 610 kW, unter Berücksichtigung der Jahresvollnutzungsstunden der Firma ergibt sich ein Jahresheizwärmebedarf von 1.013 MWh. Dieser wird ausschließlich aus regenerativen Energien gedeckt: Auf dem Dach des Verwaltungsgebäudes ist eine Solaranlage mit 110 m² Röhrenkollektorfäche installiert, von der ein Heißwasser-Pufferspeicher mit 10.000 l Volumen gespeist wird.
Die Biomasse-Heizanlage ist im unterkellerten Bereich der Produktionshalle untergebracht. Die Beschickung des Heizkessels erfolgt über Förderschnecken aus einem unterirdischen Betonsilo. Für die Auslegung der Anlage wurde von einem durchschnittlichen Heizwert der verwendeten Holzhackschnitzel von 3,0 kWh/kg ausgegangen. Der sich daraus ergebende jährliche Bedarf von 400 t entspricht bei einer Stapeldichte der Hackschnitzel von 250 kg/m³ einem Volumen von 1.600 m³.
Das Verwaltungsgebäude wird über eine Betonkernaktivierung in Kombination mit individuell regelbaren Heizkörpern und – in Teilbereichen – über eine Fußbodenheizung beheizt. Die Betonkernaktivierung ermöglicht eine Grundheizung mit nur 25 °C Vorlauftemperatur, was insbesondere bei der Nutzung solarer Wärme für die Gebäudeheizung sehr günstig ist. Die Zuschaltung der Biomasse-Heizanlage erfolgt erst bei erhöhtem Wärmebedarf; ein unwirtschaftlicher Taktbetrieb des Biomassekessels wird auf diese Weise vermieden. Die Produktionshalle, mit Ausnahme des unterkellerten Bereiches, wird durch eine Industriefußbodenheizung mit Wärme versorgt.
Für die Dimensionierung der mechanischen Lüftung wurde eine Luftmenge von 12.000 m³/h angenommen. Angeschlossen an die Anlage sind Besprechungsräume, Kantine, Umkleide- und Waschräume sowie Büros; für die übrigen Bereiche ist eine mechanische Belüftung nicht notwendig. Über Frequenzumrichter werden die an die Lüftungsanlage angeschlossenen Räume mit unterschiedlichen Luftmengen versorgt. Vor- und Nachlaufzeiten sind bei dieser Regelung berücksichtigt. Wärmerückgewinnungsmaßnahmen sind aufgrund einer zergliederten Fortluftführung nicht realisierbar.
Verwaltungsgebäude und Produktionshalle besitzen eine Regenwassernutzungsanlage, von der sämtliche Toilettenspülungen versorgt werden. Auch zur Bewässerung der Außenanlagen wird Regenwasser verwendet.
Quelle: BINE Informationsdienst “Innovative Energie-Projekte”
Veröffentlicht am 19.09.2002
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