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Mittwoch, 04.09.2002

Biogas: Die Natur kennt keine Abfälle

Ausgangsstoff für die Biogasproduktion sind in der Landwirtschaft in erster Linie Exkremente der Haustiere. Man rechnet in der landwirtschaftlichen Biogastechnik mit Großvieheinheiten (GVE), um die Menge des entstehenden Biogases aus den Fäkalien verschiedener Tiere besser vergleichen und die Anlage richtig dimensionieren zu können.

Einer Großvieheinheit entsprechen etwa:
  • ein ausgewachsenes Rind oder
  • fünf Kälber oder
  • sechs Mastschweine oder
  • 250 Hühner.
Pro GVE (Rind) entstehen zum Beispiel ca. 1,5 Kubikmeter Biogas am Tag.

Die Biogasgewinnung erbringt nicht nur einen energetischen Nutzen bei der CO2-Substitution von fossilen Brennstoffen, sondern bietet auch Vorteile bei der Weiterverwendung der ausgefaulten Gülle. Diese ist dann weniger geruchsintensiv und hat eine gleichmäßigere Zusammensetzung. Sie kann als Dünger während der Wachstumsphase ausgebracht werden, weil die Ätzwirkung der frischen Gülle nicht mehr vorhanden ist. Die Nährstoffe können so schneller von der Pflanze aufgenommen werden, was wiederum die Belastung des Grundwassers durch Nitrat vermindert. Die Anwendung dieser Gülle erspart dem Landwirt somit Kosten für Düngemittel. All diese Vorteile werden auch als Düngewertverbesserung bezeichnet, man kann ihren zusätzlichen finanziellen Nutzen mit etwa 10 €/GVE ansetzen.

Biogas-Gemeinschaftsanlage Wolpertshausen
Biogas-Gemeinschaftsanlage Wolpertshausen


Ein Beispiel aus der Praxis

In der Biogas-Gemeinschaftsanlage in Wolpertshausen bei Schwäbisch Hall wird die Gülle der vier angeschlossenen Landwirte vergoren und gleichzeitig aufgewertet. Im Rahmen der Kofermentation (Entschwefelung von Biogas) werden beispielsweise Speisereste zusammen mit der landwirtschaftlichen Gülle verarbeitet. Zunächst verbleiben die Speisereste zu ihrer Reinigung von vermeintlichen Krankheitserregern für sieben Tage zur Versäuerung. Anschließend wird das Gesamtsubstrat in die beiden Betonfermenter übergeleitet und steht den methanbildenden Bakterien ca. 60 Tage als Nahrungsmittel zur Verfügung; hier entsteht das Biogas. Im Güllelager verbleibt die Gülle bis zur Ausbringung. Da in den Lagerbehältern auch noch etwas Biogas erzeugt wird, ist das Güllelager auch an das Gaslager angeschlossen. Das Gas wird mit Hilfe von zwei Gasmotoren zu Strom und Wärme verarbeitet.

Quelle: www.thema-energie.de – ein Wissensportal der Deutschen Energie-Agentur

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