Die Federführung für die Konzeption und Durchführung der Energiesparmaßnahmen hatte eine Gruppe von Ingenieuren des Moskauer Energie-Institutes. In einem Energieaudit für zwanzig Wohngebäude mit 910 Einwohnern wurden der bauliche Zustand des Gebäude sowie der Ausgangszustand des Wasserversorgungs- und Zentralheizungssystems erfasst. Daraus wurden das Energiesparpotenzial berechnet und die notwendigen Energiesparmaßnahmen aufgezeigt.
Die zwanzig Gebäude verfügen über ein beheiztes Volumen von 184.500 m³. Die Messungen ergaben nach Auskunft der Präfektur des Verwaltungsbezirks ein Energieeinsparpotenzial von 14 % des Wärmebedarfs. Dieses Einsparpotential bezieht sich in erster Linie auf die Überheizung der Wohnungen. Da die Heizsysteme bisher nicht mit Ventilen zur Regulierung des Wärmeverbrauchs ausgestattet sind, erfolgt eine Temperaturregelung vor allem über das Öffnen der Fenster.
Zugleich machten die Messungen deutlich, dass weniger Wärme in den Wohnungen verbraucht wird, als von den zuständigen Heizwerk in Rechnung gestellt wird. Die Ursachen liegen in der bisher vorherrschenden pauschalierten, normativen Verbrauchsabrechnung, die offensichtlich stark von tatsächlichen Verbrauch divergiert. So wurde der gemessene gesamte tatsächliche Wärmeverbrauch in den betreffenden Wohnungen für den Zeitraum der Messungen mit 9.500 Gcal beziffert. Laut Vertrag stellte das Heizwerk aber 15.950 Gcal in Rechnung.
Eine solche Divergenz zwischen pauschaliertem und tatsächlichem Verbrauch haben die Untersuchungen auch für den Wasserverbrauch ergeben. Alleine die Stabilisierung des Wasserdrucks durch den Einbau einer automatischen Regulierung der Drehfrequenz der Zentrifugalpumpen bewirkte die Einsparung von bis zu 30 % des bisher verbrauchten Wassers und 40 % der vormals verbrauchten Elektroenergie.
Bezogen auf einzelne Wohnungen zeigten die Messungen, dass beispielsweise eine vierköpfige Familie in einer 3-Zimmer-Wohnung in einem Massivsteinbau weniger Energie verbraucht als die geplante Norm für die entsprechende Wohnung von 75 m² und den umbauten Raum von 225 m³ veranschlagt. Der tatsächliche Wärmeenergieverbrauch in dieser Wohnung betrug 0,91 Gcal pro Monat im Vergleich zu der berechneten Vorgabe von 1,2 Gcal. Der tatsächliche Warmwasserverbrauch lag pro Monat bei durchschnittlich 10.200 l an Stelle der veranschlagten normativen 19.200 l. Der Verbrauch von kaltem Wasser lag bei durchschnittlich 25.200 l im Unterschied zu den veranschlagten 28.800 l.
Eine Umstellung auf die Abrechnung entsprechend dem tatsächlichen Verbrauch hätte damit nicht nur einen unmittelbaren Kostenspareffekt für die Verbraucher, sondern würde auch die geplanten Tariferhöhungen sozial verträglicher machen.
Nach Erkenntnissen der Untersuchung wird eine Familie beim Übergang zu 100 % kostendeckenden Tarifen für die Mieter und gleichzeitiger Beibehaltung des bisherigen pauschalierten Abrechnungssystems monatlich 23,40 € (796 Rubel) für Kalt- und Warmwasser sowie Heizung bezahlen müssen (derzeit bezahlt sie 11,03 € (375 Rubel). Bei Abrechnung nach tatsächlichem Verbrauch von Wasser und Wärmeenergie müsste diese vierköpfige Familie künftig jedoch nur 16,80 € (571 Rubel) zahlen.
Quelle:
Pressestelle der Präfektur des Zentralen Verwaltungsbezirks Moskau
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Veröffentlicht am 06.03.2003
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