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Biomasse-Heizkraftwerk Pfaffenhofen

Das Biomasseheizkraftwerk Pfaffenhofen wurde 2001 in Betrieb genommen. Der erzeugte Strom wird in das Stromnetz eingespeist. Private, öffentliche und gewerbliche Abnehmer werden mit Wärme, Dampf und Kälte versorgt. Durch die bedarfsabgestimmte Planung im Vorfeld und den Einsatz moderner Anlagentechnik arbeitet das Heizkraftwerk sehr effizient und umweltschonend.

Das Projekt wurde durch fünf ortsansässige Geschäftsleute initiiert, die 1997 die "Biomasse Heizkraftwerk Pfaffenhofen GmbH" gründeten. Die Inbetriebnahme der Anlage fand im Sommer 2001 statt. Diese erzeugt Strom sowie Dampf, Kälte und Fernwärme aus Holz. Jährlich werden 40.000 MWh elektrischer Strom in das öffentliche Netz eingespeist. Die gewonnene Wärme, Kälte und der Dampf werden für diverse Abnehmer bereitgestellt, wofür ein 12 km langes Leitungsnetz angelegt wurde.

Zu den Kunden des Heizkraftwerkes zählen die Firma "Hipp", einige Industrie- und Gewerbebetriebe, kommunale Einrichtungen wie die Ilmtalklinik, das Rathaus, das Landsratsamt, verschiedene Schulen und mehr als 100 private Fernwärmeabnehmer. Die erzeugte Kälte beziehen verschiedene Bürogebäude zur Raumklimatisierung und die Brauerei Müllerbräu als Prozesskälte.

Der Biomassekessel erzeugt Wärme mit einer Leistung von 26,7 MW die zwei Reservekessel Strom und Dampf mit 21 MW Leistung. In der Anlage wird nur unbehandeltes Holz verfeuert, Waldhackschnitzel und Reste aus Sägewerken. Der Durchsatz beträgt ca. 80.000 t pro Jahr. Das Lager fasst etwa 10.500 m³ Brennstoff, was für eine ca. vier Tage lange Befeuerung ausreicht.

Das etwa 10.500 m³ fassende Lager ist mit hydraulischen Schubböden, Tragkettenförderern und einem automatischen Kran ausgestattet. Dadurch funktioniert die Zuführung des Brennstoffs nahezu automatisch.

Der Biomassekessel arbeitet als Dampfkessel mit Naturumlauf. Kernstück der Feuerungsanlage ist ein wassergekühlter, schräggestellter Vibrationsrost, dessen Abwärme auch zur Dampferzeugung genutzt wird. Dies führt zu einem guten Ausbrand und geringen Emissionswerten.

Zwei weitere Dampfkessel mit 21 MW (Dampf und Strom) sind für den Spitzenlast- und Reservebetrieb. Die Flammrohr-Rauchrohr-Kessel mit Zweistoffbrenner werden mit Erdgas, oder alternativ mit Öl (extraleicht) betrieben.

Eine Rauchgaskondensationsanlage dient der Optimierung der Energieausnutzung und der Entschwadung. In Kombination mit einem Elektrofilter wird eine effiziente Staubabscheidung erreicht. Die Restwärme kann zur Beheizung genutzt werden.

Das Fernwärmenetz ist unterteilt in ein Hoch- (Temperatur bis 130 °C), Mittel- (bis 85 °C) und Niedrigtemperaturnetz. Die Abnehmer beziehen zwischen 15 und 3.500 kW.

Als Abfallprodukte fallen jährlich rund 1.400 t Grob-, Mittel-, Feinasche und Schlacken an. Die Rauchgase der Feuerung werden mittels einer effektiven Filteranlage entstaubt. Die Grob- und die Mittelasche (ca. 90 %) wird in der Land- und Forstwirtschaft als Düngemittel eingesetzt. Die feinere Asche wird fachgerecht entsorgt.

Die erzeugte Wärme beträgt im Jahr 120 GWh, was für ca. 8.000 Haushalte ausreicht. Die jährliche Stromproduktion entspricht mit 40 GWh dem Bedarf von rund 13.000 Haushalten. Die Gesamtinvestition liegt bei ca. 33,3 Mio. €. Der förderfähige Betrag beläuft sich dabei auf ca. 29,8 Mio.  €. Die Förderung durch den Freistaat Bayern und den Bund beträgt 48 %, d.  h. ca. 14,3 Mio.  €.

Die Energieeinsparung beträgt etwa 24 Mio. Liter Heizöl. Die Emissionsminderung etwa 65.000 t CO2 pro Jahr.

Quelle: BINE Informationsdienst „Innovative Energie-Projekte“
Veröffentlicht am 19.09.2002

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