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Blockheizkraftwerk im Krankenhaus

Ziel des Projektes war die Erprobung eines komplexen Gesamtenergieversorgungskonzeptes unter den realistischen Alltagsbedingungen eines Krankenhausbetriebs, im Malteser-Krankenhaus in Kamenz.

Hierzu wurde eine Anlage mit ganz unterschiedlichen Komponenten konzipiert. Die konventionellen Heizkessel werden durch eine phosphorsaure Brennstoffzelle mit 200 kWel elektrischer Leistungsabgabe und rund 200 kWth Wärmeauskopplung ergänzt. Zusätzlicher Wärmelieferant ist eine thermische Kollektorfläche von 130 m2 auf dem Dach des Gebäudes. 15 m2 davon sind Multikollektoren, die Strom und Wärme gleichzeitig produzieren und somit über einen Wirkungsgrad von fast 70 % verfügen.

Da die Anlage für ganzjährigen Betrieb ausgelegt ist, kommen Wärme- und Kältespeicher zum Einsatz: ein Eisspeicher von 400 kWh und ein Schichtspeicher für den Wärmehaushalt von 20 m3. Der Wärmespeicher ermöglicht in erster Linie den kontinuierlichen Betrieb der Brennstoffzelle.

Für die Klimatisierung des Krankenhauses sorgt eine Adsorptions-Kältemaschine, die direkt die Abwärme der Brennstoffzelle nutzt. Für Spitzenbedarfszeiten gibt es zusätzlich eine Sole-Kompressions-Kältemaschine. Beide beschicken vor allem nachts den Eisspeicher, aus dem tagsüber gleichmäßig Kälte entnommen werden kann.

Das komplexe System wird durch ein selbstlernendes regeltechnisches System gesteuert, welches auch Wettervorhersagen berücksichtigt.

Grundsätzlich läuft die Brennstoffzelle mit höchster Priorität. Die Niedertemperaturwärme geht direkt in den Verbraucherkreis, während der Hochtemperaturanteil und die solare Wärme den Schichtspeicher beladen.

Im Winter erfolgt die Entladung des Speichers für Heizung, Lüftung und Warmwasser. Im Sommer dient der Speicher als Energielieferant für die Kältemaschine. Überschuss wird in die Verbraucherschiene eingespeist.

Die Umsetzungsphase des Projektes dauerte von 1999 bis Ende des Jahres 2000. Gefördert wurde das Projekt im Rahmen des THERMIE-Programms der Europäischen Kommission mit 1,5 Mio DM (766.938 €), ferner mit 660.000 DM (337.453 €) durch den Freistaat Sachsen, durch die Malteser Betriebsgesellschaft (Betreiber des Krankenhauses) mit 675.000 DM (345.122 €) und durch die Verbundnetzgas AG und die Gasversorgung Sachsen Ost mit zusammen 325.000 DM (166.170 €).

Weitere Informationen: http://www.malteser-krankenhaus-kamenz.de

Quelle: Deutscher Wasserstoff-Verband
Veröffentlicht am 05.02.2003

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