Viele der in Plattenbauweise errichteten Typenschulen in den neuen Bundesländern sind aufgrund ihres baulichen und energetischen Zustands sanierungsbedürftig. Bei der Friedrich-Ebert-Schule in Erfurt wurde ein ganzheitliches Sanierungskonzept angestrebt. Der Energieverbrauch sollte durch eine gute wärmetechnische Sanierung der Gebäudehülle, den Einsatz eines neuen Regelsystems für die Heizung im Gebäude und durch eine neue Versorgungsstrategie für das Kunstlicht in Anpassung an eine optimale Tageslichtnutzung wesentlich gesenkt werden.
Um den Anforderungen der Wärmeschutzverordnung zu genügen, wurde der gesamte Gebäudekomplex der Regelschule Erfurt unter Beibehaltung der äußeren Struktur der Fassade gedämmt. Die Fenster erhielten eine Wärmeschutzverglasung. Die Fassade der Treppenhäuser wurde neu aufgebaut und die ehemaligen Betonelemente mit integrierten Glasbausteinen durch eine großflächige Verglasung ersetzt.
Der Heizwärmebedarf in der Heizperiode wurde mit diesen Maßnahmen von 143,6 kWh/m² vor der Sanierung auf 54,3 kWh/m² nach der Sanierung herabgesetzt, das entspricht einer Reduzierung um 63 %. Um eine bedarfsgerechte Wärmeversorgung entsprechend der Raumnutzung zu gewährleisten, wurden alle Räume mit einer Einzeltemperatursteuerung ausgestattet. Außerdem erhielten alle Klassenräume neue Dreibandlampen mit Leuchten in einer der optimalen Tageslichtnutzung angepassten Installation. Die Beleuchtung in den Klassenzimmern ist tageslichtabhängig geregelt, bei ausreichendem Tageslichtangebot schaltet sie sich aus.
Die Gesamtkosten für die Sanierungsmaßnahmen belaufen sich ohne Planung und wissenschaftliche Betreuung auf 1.479.000 €. (Kosten für die wärmetechnische Sanierung: 1.273.000 € und Kosten für Maßnahmen zur Verbesserung der lichttechnischen Bedingungen von 206.000 €). Da nach der Sanierung ein Anstieg des Wärmepreises zu verzeichnen war, musste zur Errechnung eingesparter Heizkosten die Preisbasis von 1995 herangezogen werden (0,054 €/kWh). Es ergibt sich eine Heizkosteneinsparung nach der Sanierung von 31.355 € bzw. 61 %. Der Strompreis betrug in den letzten fünf Jahren unverändert 0,133 €/kWh. Für die im gesamten Schulkomplex eingesparten Stromverbrauchskosten von 3.382 € entspricht das einer Einsparung von 30 %, bezogen auf das Schulgebäude einer Einsparung von 36 %.
Das Projekt demonstriert verallgemeinerungsfähige Lösungsvarianten, die Energieeinsparung und eine Anhebung des Nutzerkomforts in Einklang bringen. Die im Rahmen der Sanierung der Schule eingesetzten Techniken sind auf dem Markt verfügbar und können in jedes energetische Versorgungskonzept integriert werden.
Quelle: BINE Informationsdienst „Innovative Energie-Projekte“
Veröffentlicht am 12.12.2002
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